27.05.2018

Food Diary #12 & my Vegetarian Story

Letztes Jahr im Februar habe ich ein Experiment gemacht. Ich habe mich 4 Wochen lang vegetarisch ernährt (siehe hier). Dieses Jahr im Februar, habe ich das ganze etwas erweitert und mich 4 Wochen vegan ernährt (es aber nicht online gestellt). Danach habe ich beschlossen, von nun auch voll und ganz vegetarisch zu leben, denn auf Käse möchte ich vorerst nicht ganz verzichten. Lest in diesem Artikel nun alles über meine Entscheidung darüber und wie alles anfing.

Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ich nach meinem Experiment den Mut haben werde, vegetarisch zu leben. Ich wollte vor erst so weitermachen wie bisher und nur am Wochenende oder zu besonderen Anlässen Fleisch konsumieren. Aber kurz nach meinem 25. Geburtstag im Januar fing es in mir an in mir zu rumoren und ich beschloss im Februar wieder Fleisch zu fasten und zusätzlich auch Milchprodukte und Käse. Das mit dem Käse fiel mir aber ziemlich schwer also fing ich in März wieder an welchen zu essen. Mein letztes Fleisch das ich gegessen habe war Bison von heißen Stein am 13.02.2018, (siehe Foto). Ich hatte es letztes Jahr meinen Freund zu Weihnachten geschenkt und erst im Februar einlösen können.

Seit 3 Monaten bin ich Vegetarierin.

Wie ihr auf meinem Blog die letzten Jahre in meinen Food Diarys sehen konntet, hat sich mein Fleisch Konsum seit 2013 von Jahr zu Jahr verringert. Aber wieso eigentlich? Habe ich euch davon je erzählt?
2013 war ich 3 Tage mit einer organisierten Gruppe und Guide im thailändischen Dschungel. Damals war ich noch Fleisch-Esserin. Als wir am zweiten Tag in einem Bergdorf übernachteten, fragten mich meine Mitreisenden ob ich mich an den Kosten für ein Schwein beteiligen möchte. Die Dorfbewohner würden es frisch für uns schlachten. Ohne groß zu überlegen, sagte ich ja. Also sammelten wir das Geld ein und gaben es dem Dorfbewohner. Dieser nahm einen Knüppel in die Hand, ging zu den Schweinen, die über all frei herumliefen und versuchte eines zu fangen. Das auserwählte Schwein quickte schon ganz hysterisch und lief weg, denn es ahnte, dass sein Ende nahe war. Allein dieser hysterische Angstschrei lief mich aufzucken und ich ging weg. Ich konnte die Szene nicht anschauen! Und dachte mir: fuck, das muss ich jetzt essen?!

Während ich das hier gerade schreibe, laufen Tränen meine Wangen herunter. Wenn ich daran zurückdenke, dass ICH dafür VERANTWORTLICH bin, dass dieses Schwein sterben musste (siehe Foto!) und Todesangst hatte und - es mir überhaupt nicht schmeckte!!! Ich weiß nicht, ob es an der Zubereitung lag oder an der Art wie es geschlachtet wurde. Ich fand, es wurde eine totale Show daraus gemacht dieses Schwein zu töten weil es Touristen gerne essen wollten - richtig krank im nachhinein! Und ich schäme mich extrem dafür, dass ich sowas unterstützt habe. 

Während meiner restlichen Reise aß ich weiterhin Fleisch. Was vorallem bei meiner Mutter und meinen Verwandten selbstverständlich war. Ich selbst hinterfragte es auch nicht, denn das Schweine-Erlebniss rückte erstmal in den Hintergrund und meine Familie in den Vordergrund. Als ich dann wieder Zuhause in Deutschland war freute ich mich vor allem auf Käse und Leberwurst! Ich weiß noch, wie mich mein Freund am Flughafen empfing und mir Käse- und Leberwurstbrote mitbrachte und ich mich darüber total freute!

Hier geht's zu meinem ersten Food-Beitrag eine Woche nach meiner Rückkehr
traditonelles nordthailändische Spezialitäten, bestehend aus Schweinefleisch
Ein Jahr später im Dezember, flog ich mit meinem Freund nach Marokko. Wir waren dort ca. 3 Wochen und die letzte verbrachten wir in Essaouria. Wir versorgten uns hauptsächlich selbst und ich aß viele vegetarische Tajine-Gerichte, aber probierte trotzdem marokkanische Fleisch- und Fischspezalitäten. Das gehörte für mich zum Reisen einfach dazu! Doch dann lernten wir zwei Einheimische kennen, die für uns kochen wollten und ließen mich - die Frau - entscheiden, ob es vegetarisch oder Fleisch geben sollte. Ich entschied mich spontan für Fleisch. Daraufhin besuchten wir den Markt und ein Huhn wurde frisch für uns WEGEN MIR geschlachtet. Weil ich es entschieden hatte. Ich weiß noch genau, wie ich hinter unseren Gastgebern vor dem Hühnerstall stand und erstmal überhaupt nicht kapierte was als nächstes passiert! Ich flüsterte dann zu meinem Freund: wird es JETZT geschlachtet? und er meinte ganz selbstverständlich: klar! Daraufhin musste ich schlucken und meinte: Meinst du es ist zu spät um meine Entscheidung rückgängig zu machen? Und genau in diesen Moment wurde das Huhn geköpft.

Das schlimme für mich daran war: ich aß es trotzdem und mir schmeckte es. Denn schließlich wurden wir von Einheimischen zum Essen eingeladen und aßen mit deren Familie. Es ware einfach total unhöflich und respektlos von mir gewesen einen Rückzieher zu machen und das Fleisch abzulehnen. Aber trotzdem hatte ich danach Alpträume. Ich dachte, wir kaufen schon ein totes Huhn! Niemals habe ich erwartet, dass es einfach frisch vor meinen Augen geschlachtet würde... little did I know. Wie naiv ich doch war und nichts aus meiner Thailand Erfahrung gelernt hatte!

Übrigens wurden wir ein zweites Mal von den Einheimischen zum Essen eingeladen und diesmal entschied ich mich für die vegetarische Variante! Denn auch diesmal überließ man mir die Entscheidung (Marokkaner respektieren Frauen meiner Meinung nach sehr!).

2015 war ich das letzte Mal auf einer Fernreise. Ich war in Indonesien und diesmal starb kein Tier für mich bzw. wurde wegen mir geschlachtet! Ich aß hauptsächlich vegetarisch aber probierte auch indonesische Spezialitäten wie Schlange, Schnecken und Hai.  Damit konnte ich leben, denn wie gesagt, es gehörte für mich zu diesem Zeitpunkt einfach dazu, tradtionelles Essen auszuprobieren.

Im November diesen Jahres werde ich wieder auf eine Fernreise gehen.

In ein Land, dass für seinen Vegetarismus bekannt ist. Außerdem bin ich seit Januar in einer Art "quarter life crisis" - ohne Witz! Ich ändere momentan so viel, habe so viele Erkenntnisse und es bewegt sich in mir einfach alles - alles zum positiven. Denn ich endlich habe ich den Mut komplett auf Fleisch zu verzichten. Hauptsächlich wegen den Tieren und der Massentierhaltung. Weil ich alle Tiere liebe, nicht nur Haustiere. Auch Kühe und Schweine und Hühner, Fische, etc. (auch wenn ich mit denen am wenigstens anfangen kann, find sie teilweise sogar gruselig, haha). 

Ehrlich gesagt, war das ziemlich hart für mich, denn vor allem mein Freund und seine Familie essen leidenschaftlich gerne Fleisch und ich wollte dabei nie aus der Reihe tanzen. Wir hatten deswegen schon öfter Auseinandersetzungen, die mich verletzt haben. So sehr, dass ich sogar Angst hatte, es könnte unsere Beziehung zerstören (was rational gesehen, total schwachsinnig ist!). Aber ich möchte das einfach nicht mehr. Auch wenn ich damit aufgewachsen bin, auch wenn mir Fleisch generell schmeckt (es schmeckte mir jedoch von Zeit zu Zeit immer weniger bzw. nur noch bestimmtes Fleisch schmeckte mir echt gut), auch wenn es Bio-Fleisch und Fleisch von "glücklichen" Tieren gibt - ein totes Tier ist ein totes Tier. 

Mein Freund ist der Meinung, wenn man nicht selbst bereit ist, ein Tier zu töten und es danach zu essen oder es nicht mit ansehen kann, wie Tiere getötet werden - dann sollte man es lassen und Vegetarier werden. Und dieser Meinung bin ich mittlerweile auch. Denn ich kann kein Tier töten und ich will es auch nicht und ich möchte nicht, dass ein Tier nur wegen mir getötet wird.


(2)5 Jahre habe ich für diese Entscheidung gebraucht - besser spät als nie!

Seid ihr auch Vegetarier/in oder sogar Veganer/in?
Erzählt mir gerne eure Story in den Kommentaren!

Kommentare:

  1. Ich lebe seit ich 14 bin vegan und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens <3 Ich möchte so viele Menschen wie möglich für diese Lebensweise inspirieren!! Es ist ein wundervoller Schritt dass du Vegetarierin geworden bist, falls du mal irgendwelche Anregungen brauchst schreib mir gerne !! :)

    Alles Liebe, Lea von http://leachristin.com

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  2. ach jasmin, ich finde deinen entschluss super und du hast meinen ganzen respekt! <3 ich selbst versuche mich seit neujahr vegan zu ernähren und wenn ich dann mal durchziehe (und nicht nur veganes eis esse), fühle ich mich immer SO gut und irgendwie total eins mit der natur :D (klingt das weird? hoffe mal nicht).

    die story mit dem schwein finde ich richtig verstörend, verstehe deine reaktion da total. im supermarkt oder beim fleischer fleisch kaufen und sehen wie ein tier umgebracht wird .. da liegen welten dazwischen - manchmal habe ich das gefühl, dass den menschen gar nicht mehr bewusst ist, dass die ganze salami/wurst/etc die im regal liegt, tiere sind, die genauso ein leben verdient haben, wie wir auch.

    alles liebe,
    laura

    (bin gerade echt so happy, dass du kein fleisch mehr isst hehe - willkommen im club)

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