11.03.2018

The capacity to be alone

"...is the capacity to love. It may look paradoxical to you, but it's not. It is an existential truth: only those people who are capable of being alone are capable of love, of sharing, of going into the deepest core of another person -without possessing the other, without becoming dependent on the other, without reducing the other to a thing, and without becoming addicted to the other. They allow the other absolute freedom, because they know that if the other leaves, they will be as happy as they are now. Their happiness cannot be taken by the other, because it is not given by the other." - Osho 

Februar 2018:
Mein Freund ist mal wieder weg und ich bin wieder allein, allein. Am Abend zuvor waren wir lecker essen und haben die Zweisamkeit genossen. Die letzten Monate hatten wir dazu nicht genügend Gelegenheit und ich fühlte mich vernachlässigt. Im Dezember war ich mit lernen beschäftigt und im Januar musste er lernen. Als mein Kater starb, fiel ich in kein Loch sondern war im Reinen mit mir selbst. Ich suchte mir kreative Projekte. Ich schrieb an meinem Roman, machte ein Fotoalbum über meinen Kater und stellte ein Buch über meinen Blog zusammen. Ich war beschäftigt und ich war glücklich, weil ich kreativ war. Doch sozial abgeschottet. Bis auf eine Reggae-Party und meinem Geburtstag, war ich am Wochenende lieber alleine. Bewusst mit mir allein.
Und dann ging mein Freund (wohlverdient) in den Urlaub und ich war alleine. Nicht mal mein Kater war bei mir. Ungewohnt. Als mir das klar wurde, musste ich erstmal schlucken. Letztes Jahr leistete mir immerhin mein Kater Gesellschaft und theoretisch war ich nicht alleine, aber ich fühlte mich so viel alleiner und einsamer als dieses Jahr. Nachdem mein Freund das Haus verlassen hatte, kam einige Stunden danach meine Nachbarskatze vorbei. Das tut sie öfters mal, auch als Toulouse noch am Leben war. Doch dieses mal war es, als würde sie wissen, dass ich jetzt alleine bin. Also kam sie zu mir, leistete mir Gesellschaft und kuschelte das erste Mal mit mir! Ich war baff. Als ob Lucky damit sagen wollte "hey, nicht traurig sein, ich bin für dich da!". Diese Geste hat mir mal wieder gezeigt, dass Katzen meine Totemtiere sind. Sie sind einfach immer für mich da.
Nach der Kuschelsession bin ich für ein paar Tage zu meiner Familie und habe mit ihnen Zeit verbracht. War wie immer auch mit meiner Hündin draußen. Habe gelesen und Filme geschaut, ein bisschen gelernt. Mir ging es erstaunlich gut. Ich habe nicht geweint oder krass an meinen Freund gedacht. Aber, alles nur Verdrängung. Als ich wieder Zuhause war, es war ein Samstag, kam alles hoch. Ich erwachte Samstag morgens schon in schlechter Stimmung weil ich nicht gut geschlafen hatte. Diese wurde auch nicht besser, als ich wieder in meiner eigenen Wohnung war. Ich war wütend, traurig und irgendwie lustlos. Habe erstmal meine Serie gesuchtet und Schokolade gegessen, bis ich mich dann endlich aufraffen konnte, einkaufen zu gehen. Wegen Klopapier und 9331732 Süßigkeiten. Ich war in bad mood und gestand mir ein: Ich vermisse ihn. Und ich bin allein. So wirklich allein daheim. Ich schlief unter Tränen ein und erwachte am nächsten Morgen als neuer Mensch. Ich hatte einfach alles rausgelassen. Zugelassen. Und dann: beschloss ich das Alleine sein zu genießen. Mal wieder. Ich kann alleine sein, dass wusste, weiß ich. Und ich mag es. Aber manchmal, hat man eben auch seine Tiefpunkte. Oder eben diesen einen Tiefpunkt.
Ich traf Freunde, alte Freunde, die man viel zu selten sieht und für die man sonst keine Zeit hat, weil man arbeiten muss oder man doch lieber mit dem Partner Zeit verbringt.
Dank Schule, hatte ich Zeit. Viel Zeit.
Zum Lernen für Klausuren.
Lernen wieder alleine zu sein.
Zu genießen alleine zu sein. 
Ich ging alleine in die Stadt, bummeln oder sagen wir lieber: in meinem Lieblingsladen Bücher streicheln. 
Ich ging in den Wald. Jeden Sonntag. Ohne Handy, nur mit meiner Kamera, ohne zu erwarten coole Fotos zu schießen. Mit einem offenen Herzen. Das erste Ergebnis seht ihr hier in diesem Beitrag. Spontane, coole Fotos in meinem Indianer-Lager, das ich irgendwo im Wald gefunden habe. 
Außerdem habe ich das erste Mal Yoga im Wald gemacht. Ich, das Waldmädchen (hier kommt ihr zum Beitrag und zweiten Ergebnis meiner Waldspaziergang-Shootings).
Ich war alleine auf einer Kakao Zeremonie. Habe dort eine wunderschöne Erfahrung machen dürfen und tolle Menschen kennengelernt.
Ich war zusammen mit einem Kumpel, den ich das letzte mal vor einem Jahr gesehen hatte, auf einem afrikanischen Konzert. 
Und habe natürlich weiterhin Zeit mit meiner Familie verbracht.
Seit März arbeite ich außerdem von 09:00 bis 18:00 Uhr und verbringe meine Abende allein Zuhause.
Oder mit meiner Nachbarskatze.
26 Tage war ich die meiste Zeit allein. Aber im Gegensatz zu letztem Jahr war ich zum Glück nicht krank. Allein sein, heißt nicht einsam zu sein. Letztes Jahr war ich allein und einsam, doch dieses Jahr war ich einfach nur allein und es war schön, ich habe es genossen. Aber ich freue mich auch schon sehr, wenn mein Freund wieder nach Hause kommt, von seinem Abenteuer erzählt, mir seine Souvenirs zeigt und ich endlich nicht mehr alleine im Bett schlafen muss. Denn das, was ich wohl am alleine sein am meisten hasse ist, alleine einzuschlafen.

Kommentare:

  1. Ein so schöner Post, hat total Freude gemacht zu lesen! <3 Die Fotos sind auch originell und eindrucksvoll! Ich bin selber eigentlich auch gerne alleine weil ich das Gefühl habe dass es mir oft auch noch schwer fällt und ich dadurch sehr viel neues über mich lernen und daran wachsen kann :)
    Alles Liebe und eine wundervolle kommende Woche, Lea von http://leachristind.blogspot.com

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  2. Ich glaube es ist ein großer Unterschied, ob man sich allein oder einsam fühlt. Und letztlich, auch wenn ich nicht sooo gerne allein bin, brauche ich das hin und wieder auch. Und es ist manchmal auch wichtig festzustellen, dass man auch mal wieder allein und mit sich selbst klar kommt. ;)

    http://www.blog.christinepolz.com

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  3. hey! ich hab dich auf meinem blog für den liebsten award nominiert (weil du ziemlich supi bist) und würde mich freuen, wenn du dafür die fragen beantwortest, die ich mir ausgedacht habe :)
    fühl dich gedrückt,
    laura von http://dthreeasixyfives.blogspot.de

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