02.04.2017

travel story #9: Partynächte auf Reisen

Hallo und herzlich Willkommen zu einer weiteren Travel Story! Diesmal erzähle ich euch drei kleine Partygeschichten, die ich auf Reisen erlebt habe. Alle davon waren einzigartig und schön und ich bin unglaublich dankbar für diese unvergessliche Nächte! Ich kann nur jedem empfehlen auf Reisen feiern zu gehen, egal ob in einer Bar, am Strand, im Dschungel oder ganz klassisch in einer Disco - lernt Leute kennen, am besten natürlich Einheimische, feiert das Leben und habt Spaß! Man lebt nur einmal :)
  Wie ich den Regen im Dschungel wegtanzte

Ich bin hin und her gerissen. Ich sitze der Mitte einer Gruppe aus Iren, Schweden, Dänen, Kanadiern, Franzosen und Engländern. Ich bin die einzige Deutsche. Naja halb deutsch, halb thai, ihr wisst schon. Die Hälfte links von mir spielt Karten. Die andere Hälfte rechts unterhält sich so schnell und fließend auf englisch, dass ich der Conversation nur schwer folgen kann. Außerdem trinken sie Bier und rauchen eine Tüte nach der anderen. Trotzdem bin ich neugierig, lausche den Worten, lache wenn die anderen lachen. Obwohl ich Karten spielen nicht mag, schaue ich der anderen Gruppe dabei zu und versuche zu verstehen wie das Spiel funktioniert. Natürlich erklären sie es mir freundlich, als sie mein Interesse bemerken und fordern mich auf mitzuspielen. Aber ich habe einfach ein Talent dafür, zu verlieren und spiele deswegen nicht mit. Ich fühle mich hin- und hergerissen - Karten spielen oder Bier trinken und kiffen? Oder einfach beides? Ich entscheide mich für keines davon. Heute bin brav, trinke nichts, kiffe nicht, spiele keine Karten und bin einfach nur Beobachter (und auch ein bisschen schüchtern, so auf der ersten Reise alleine).
Zuvor saßen wir am Lagerfeuer und betrachteten die Sonne, wie sie in der malerischen Landschaft aus hohen Bergen und Dschungel untergeht. Wir sind in einem Bergdorf, irgendwo in der Nähe von Chiang Mai in Nordthailand. Vorhin haben wir unser Geld zusammengelegt und davon ein Schwein gekauft, dass für uns geschlachtet wird. Während das Essen, das Schwein und andere Gerichte ohne Fleisch, für uns zubereitet werden, sitzen wir am Lagerfeuer. Es fängt an zu nieseln. Oh no, denken wir, hoffentlich kommt jetzt kein Regenschauer! Reflexartig frage in die Runde: "Wollen wir einen Anti-Regentanz machen?" Alle schauen mich an. "Ja klar, mach mal vor!" Typisch, denke ich mir und fange an. Ich stehe auf, summe laut eine für mich indianische Melodie und bewege meine Arme von unten nach oben. Das soll den Regen wieder zurück schicken. Gleichzeitig laufe ich um das Lagerfeuer herum. Das mache ich vielleicht 2 Minuten und plötzlich hört es auf zu regnen. Ich bin fest davon überzeugt, den Regen gestoppt zu haben.
Später am Abend erzählen wir uns Geschichten aus unserer Heimat. Wir unterhalten uns über die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten unserer Länder. Die Irländer erzählen sogenannte "Paddys" und obwohl ich die Pointe davon nicht verstehe, lache ich einfach mit! Mein Englisch ist dazu noch zu schlecht und meine 1 im Englisch Unterricht bringt bei dem irischen Akzent gar nichts. Ich erzähle von meinem Vorhaben, meine Mutter zu suchen und alle bewundern meinen Mut (was mir bis dahin nicht wirklich mutig vorkam sonden wie das natürlichste der Welt). Daraufhin komme ich mit den Tourguides ins Gespräch und sie singen mir ein Lied auf thailändisch vor. Darum geht es um "Chang" - den Elefanten und das stolze Nationaltier Thailands. Es ist ein Kinderlied, vergleichbar mit dem deutschen Kinderlied "Alle meine Entchen". Jedes thailändisches Kind kann das Chang Lied singen und nun wird es mir beigebracht! Ich habe leider nie thai gelernt aber ich bin höchst motiviert das Lied zu lernen. Wir lachen und singen, haben Spaß und ich genieße es von den Tourguides thailändisch beigebracht zu bekommen - sie sind so nett und süß und bringen mir wichtige Sätze bei, die mir bei meiner Suche helfen sollen! Ich hätte noch stundenlang mit ihnen reden können, jedoch geht es am nächsten Morgen wieder früh raus. Deswegen verabschieden wir uns nach und nach und verschwinden mit unseren Taschenlampen, denn im Dorf gibt es keine Elektrizität, in Richtung unserer Schlafhütten.

Mehr über meinen Dschungel Erfahrung könnt ihr diesem Beitrag nachlesen.
Musikalisches Lissabon

Meine Freundin und ich sitzen an einem Tisch. Die Bar ist gut besucht. Neben uns, sitzt ein Mädchen, dass wir im Hostel kennengelernt haben. Sie reist alleine, kann fließend französisch und englisch und lernt gerade arabisch. In der Bar sind sowohl Touristen als auch Einheimische. Pärchen turteln am Nachbarstisch. Charmant lächelt mir der Kellner an der Bar zu. Ich schaue geschmeichelt und peinich berührt weg. Er hat wohl bemerkt, dass ich ihn beobacht habe, ups. Vor uns fängt eine Band an zu spielen. Sie besteht aus einer Frau mittleren Alters, braune Augen und Haare, zierliche Figur. Die anderen Bandmitglieder nehme ich gar nicht wahr. Aber es gibt einen Gitaristen und einen Schlagzeuger. Viel mehr braucht es auch nicht, denn als die Sängerin anfängt zu singen, bin ich sofort geflasht. Sie singt so gut, dass niemand möchte, dass sie aufhört. Wir dürfen uns Lieder wünschen und als sie, auf Wunsch unserer Hostelbekanntschaft, ein Lied von Adele singt, ist es für mich klar: sie ist mehr als eine Sängerin. Sie ist eindeutig Musikerin! Wir tanzen so wild wie es die kleine Tanzfläche zulässt, lernen Hamburger kennen, singen Wonderwall und genießen den Abend. Als die Band aufhört zu spielen und die Bar kurz davor ist zu schließen, geben wir noch ein angemessenes Trinkgeld. Das hat haben sie sich verdient! Die Hamburger, das Mädchen aus dem Hostel, meine Freundin und ich beschließen noch auf die Pink Street zu gehen. Das ist die Partystraße in Lissabon und wie der Name schon sagt, ist sie pink! Früher war es das Rotlicht-Viertel Lissabons, wo vor allem Seemänner ihr Vernügen hatten, heute ist es eine pinke Straße mit vielen Discos. An der Pink Street angekommen beraten wir uns, in welche der Discos wir hineinwollen und entscheiden uns für keine der vielen. So endet der Abend nicht in einer Disco, sondern auf den Straßen Lissabons, auf denen meine Freundin und ich zufrieden zu unserem Hostel zurück torkeln... 
Zwei Tage später sind wieder in die Bar. Wir wollen sie singen hören. Auch diesmal enttäuscht sie uns nicht. Irgendwann bin ich alleine. Meine Freundin ist zurück ins Hostel gegangen weil sie müde war. Ich bin geblieben. Ich kann mich einfach nicht losreißen! Denn: die Musikerin fordert uns auf, auf die Bühne zu kommen und selbst zu singen. Egal was. Ich traue mich nicht und mir fällt auch kein passendes Lied ein. Also halte ich mich zurück. Ein Mann geht auf die Bühne. Er setzt sich wortlos auf den Stuhl, richtet das Mikrofon auf seine Größe ein und fängt an zu singen. Ein arabisches Liebeslied. Ich schließe die Augen und genieße. Ich sehe die Wüste Marokkos. Die Sahahara. Ich sehe Ägypten und die Pyramiden. Karawanen. Fliegende Teppiche. Aladdin und Jasmin und ihrer Liebesgeschichte. Puff. Vorbei. Er hat wunderschön gesungen. So schön, dass ich zu ihm hingehe und ihm danke. Das er eines der schönsten arabischen Lieder, dass ich je gehört habe gesungen hat. Wir kommen ins Gespräch und tauschen uns aus. Als die Bar schließt, stehe ich noch eine Weile draußen und spüre nach. Drei finnische Männer sprechen mich an. Bist du alleine? Willst du noch mit auf die Pink Street? Komm lass uns feiern gehen! Ich unterhalte mich mit ihnen. Sie erinnern mich an Wikinger. Der eine sieht aus wie "Loki" aus der Serie Vikings. Ich mag Loki. Aber auch Martti, der sich zurückhält finde ich sympathisch. Wir folgen uns gegenseitig auf Instagram und adden uns auf Facebook, dann verabschiede ich mich. Auf den Straßen Lissabons tanze ich zurück ins Hostel. Betrunken vor Glück und mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen.

Mehr über meiner Lissabon Reise findet ihr in diesen Beiträgen.
Das Bamboo Café in Indonesien
Meerensrauschen. Sand unter den Füßen. Barfuß laufe ich vom Strand ins Bamboo Café in Pangandaran, Indonesien. Dort stehen mein Freund und ein Finne am Billiardtisch. Mein Freund hat ihn schon mal getroffen, vor einiger Zeit, auf einer anderen indonesischen Insel. Wir unterhalten uns und spielen eine Runde. Naja, ich schaue mehr zu als zu spielen, denn ich bin aus der Übung. Früher hatte mein Vater einen Billiardtisch in unserem Keller stehen und er hat mir beigebracht Billiard zu spielen. Ich konnte es auch ganz gut. Jedoch sind die Billiardtische in anderen Ländern, nicht immer wie sie sein sollen und die "Kellerzeiten" sind vorbei. Aber was solls - hauptsache es macht Spaß! An der Bar, neben dem Billiardtisch sind einige ältere Indonesier, die Bier trinken. Sie sprechen uns an. Sie würden gerne nach uns spielen. Oder gegen uns. Mein Freund liebt es gegen Indonesier zu spielen, egal ob Schach, Domino oder andere Nationalspiele, deren Name ich nicht weiß, und sagt zu. Die Indonesier sind ein verspieltes Volk, da passt mein Freund ganz gut rein. Ich eher nicht! Ich hasse Spiele (siehe erste Partygeschichte, haha).
Also schaue ich den Jungs zu wie sie Billiard spielen und immer betrunkener werden. Ich halte mich mit dem Bier zurück und trinke lieber eine Cola. Außerdem unterhalte ich mich mit den, ebenfalls betrunkenen Indonesiern. Sie sind lustig und süß. Sie wollen mich vor dem Finnen beschützen, denn sie sind der festen Überzeugung er würde zu viel mit mir flirten und mir meinem Freund ausspannen wollen! Deswegen ist er bei ihnen nicht gerade beliebt und wird kritisch beobachtet. Ich versichere mehrmals, dass alles okay ist und wir uns nur nett unterhalten. Aber nein, die Indonesiern wollen mich einfach beschützen. Ich glaube, ich wecke Vatergefühle in ihnen. Einer der Indonesier erzählt mir, dass seine Tochter genauso aussieht wie ich. Sie habe braune Augen. Ich versuche, ihn nicht auszulachen, denn 90 % der asiatischen Bevölkerung hat braune Augen. Oder habt ihr schon mal eine blauäugige Asiatin gesehen? Ich bisher noch nicht. Nett und geduldig höre ich mir an, was sie mir erzählen wollen. Das sind hauptsächlich drei Dinge: halte dich fern von dem Finnen, du bist so schön wie meine Tochter und warum trinkst du eigentich kein Bier?
Mein Freund bewundert mich immer wieder für meine Geduld bei betrunkenen Menschen (und allgmein bin ich anscheinend sehr geduldig). Ich frage mich jedes mal, ob ich einfach zu nett oder zu blöd bin. Als ich jedenfalls keine Lust mehr habe, mir das Gerede der Indonesier anzuhören, laufe ich etwas im Bamboo Café herum und schieße ein paar Fotos. Neben dem Billiardtisch spielt eine Band und ich höre ihr zu. Als wir das letzte Mal im Bamboo Café waren, trat eine Sängerin mit der gleichen Band auf. An dem Abend, war sie sehr betrunken und hat sich, sowohl für asiatische als auch europäische Verhältnisse, daneben benommen. Ich frage mich, ob sie "ausgewechselt" wurde oder einfach nur ihren Rausch ausschläft. Ich laufe wieder zurück zu den Jungs und trinke meine Cola leer. Ich beboachte die Menschen im Café und stelle fest, dass wir einige der wenigen Touristen sind. So liebe ich das!


Ich mag es, Einheimische kennenzulernen, ihre Geschichten zu hören und mir von ihnen ihre Kultur näher bringen zu lassen. Beim feiern geht das super gut, aber auch nüchtern ist es natürlich möglich. Egal wer von beiden nüchtern ist. Aber natürlich ist es auch schön, mit anderen Reisenden in Kontakt zu kommen und sich über seine Erfahrungen auszutauschen. Die Mischung machts! Deswegen kann ich mich hier nur wiederholen: geht feiern! Egal ob in eurem Land oder auf Reisen, feiert das Leben und das wir alle eins sind - one people, one destiny.

Kommentare :

  1. Sehr schöner Post, das sieht ja nach jeder Menge Spaß aus! :)

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

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  2. Hallo Jasmin :)
    Coole Abende hast du schon verbracht! Vor allem die Musiker in der Bar in Lissabon klingen super toll! Was für eine schöne Idee dass sie die Zuhörer hat singen lassen :)

    Respekt vor deiner Geduld mit Betrunkenen! Ich glaube da bist du eine von ganz wenigen :P

    Hast du Lust auf eine Liebster Blog Award Nominierug? Würde super gerne deinen Blog nominieren :) Falls du Interesse hast dann melde dich per mail an mich: Braun_Franzi@web.de Würde mich freuen wenn du mitmachst!

    Lieben Gruß aus Holland :)

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  3. Mal von deinen Partygeschichten abgesehen, hab ich mich wirklich beim irischen Akzent wiedergefunden! Obwohl ich von mir behaupten würde, dass ich gut Englisch kann (natürlich fehlt's ein bisschen an der Übung am Reden; aber das kommt dann ja immer, wenn sich doch die Gelegenheit ergibt), hab ich in Irland die Irländer einfach nicht verstanden! Ich wusste zum Teil überhaupt nicht, was die sagen... ^.^ Dabei rollen die das R ja auch so gern wie wir Bayern. Diese Gemeinsamkeit hat trotzdem nicht geholfen. Am schlimmsten war's bei so einer B&B Besitzerin, die auch noch einen üblen gällischen Akzent hatte (mit ihrem Mann hat sie sogar Gällisch gesprochen). Ich hab nur noch auf gut Glück genickt... ;)

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  4. Liebe Jasmin,
    das waren echt tolle Geschichten vom Feiern auf deinen Reisen :-) Hehe, ich wusste gar nicht, dass du Spiele nicht so magst. Ich mag Spiele total, würde bestimmt super gut in die Indonesien-Gruppe Passen :-D
    Wenn die Leute zu betrunken sind, dann sprechen sie entweder die Wahrheit oder sie labern so viel Mist. Ich ertrage betrunkene Menschen nur bis zu einem gewissen Grad, danach ist es mir zu blöd zuzuhören :-D Aber gut zu wissen, dass du so geduldig bist :-) Ich finde das eine tolle Eigenschaft von dir.
    Hin und wieder gehe ich auch gerne feiern. Jetzt im Sommer gibt es ja zum Glück wieder öfter einmal Party draußen. Freue mich schon total und ich hoffe, dass dieser Sommer toll wird :-)
    Ich finde es irgendwie schwierig auf reisen gut Party zu machen. Also mir ging es da immer so, dass ich nie so richtig wusste, wo ich hingehen soll. Zuhause kennt man sich aus, weiß wohin wer geht, es ist irgendwie viel einfacher. Aber dafür ist es natürlich spannend auf Reisen zu feiern, weil man wirklich gar nicht weiß was einen erwartet.
    Ein super Post leibe Jasmin und es hat mir großen Spaß gemacht deine Zeilen zu lesen :-*
    Liebe Grüße
    Jasmin

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