28.02.2016

travel storie #5: lebenslanges lernen

Herzlich Willkommen zu meiner vorerst letzten Travel Story. Ich habe diese Reihe ins Lebens gerufen um die Wintermonate, in denen die Vorrausetzungen fürs Video drehen schlechter sind als im Frühjahr/Sommer, mit Texten über das Reisen zu füllen und um eine kreative Pause einzulegen. Bisher haben meine Texte dabei unterschiedliches Feedback erhalten, aber trotzdem möchte ich euch dafür danken. So konnte ich meinen Schreibstil verbessern und noch unveröffentliche Reisegeschichten mit euch teilen. Wenn ihr alle Travel Stories nachlesen wollt, dann klickt einfach hier. Jetzt wünsche ich euch aber erstmal viel Spaß mit der letzten der "1. Staffel".
Heute möchte ich über ein Thema schreiben, dass bestimmt schon viele Reiseblogger ansprochen haben. Trotzdem möchte ich euch meine persönliche Meinung, zu diesem für mich wichtigen Thema mitteilen und dabei auch auf meine Erfahrungen eingehen, die ich in Deutschland und in anderen Ländern gemacht habe. Es geht ums lernen. Wenn die meisten an lernen denken, verbinden sie es automatisch mit der Schule oder der Universität. Man muss für Arbeiten, Klausuren, Projektearbeiten und Tests lernen um eine gute Note zu erzielen oder einfach nicht durchzufallen. Doch was viele vergessen ist, das wir ständig neue Dinge lernen und/oder auch anwenden. Schon im Kindesalter lernen wir zu krabbeln, später zu laufen, zu sprechen und uns auszudrücken. Im Kindergarten lernen wir neue Kinder kennen, lernen basteln, miteinander umzugehen, lernen die einfachstens Verhaltensregeln.

In der Schule beginnt dann jedoch der Druck. 

Der Leistungsdruck, in dem man immer der Beste sein möchte, muss Englisch sprechen lernen und am besten auch noch Französisch. Mathe wird meist gehasst, egal ob bei Jungs oder Mädels, hinzu kommen seltsame Chemieformeln und man lernt Dinge die man im späterem Leben sowieso nicht mehr braucht. Und genau das, ist das Problem. Die Gesellschaft sagt dir anhand der Werbung und Industrie, was du tun sollst und was nicht. Sie sagt dir, was Erfolg bedeutet und verpöhnt dich für deine Misserfolge. Sie sagt, du sollst studieren, ansonsten wirst du unglücklich sein und als Loser behandelt. Sie sagt, du musst viel Geld verdienen, ansonsten wirst du arm enden. Auch ich dachte einmal, ich muss erfolgreich werden. Mache meinen Schulabschluss, am besten das Abitur, gehe danach studieren und arbeite dann in einem Unternehmen von 09:00 - 17:00 Uhr. Mache eventuell Karriere, gründe eine Familie mit spätestens 30 Jahren und arbeite von da an halbtags. Vorneweg: an dieser Vorstellung ist nicht falsch. Jedoch habe ich gelernt, dass man nicht alles planen kann im Leben. Es kommt immer anders als man denkt. Und das man seinen eigenen Weg finden muss.

Als ich 2012 die Schule verließ,hatte ich meinen Fachhochschulreife gerade so in der Tasche. 

Mein Schnitt war nicht besonders gut, aber auch nicht schlecht. Ich weiß heute, dass ich es besser hätte manchen können, ich velor im letzten Jahr aber einfach die Motivation. Ich wusste nichts mit mir anzufangen, deswegen ging ich erstmal Geld verdienen. Dort lerne ich das erste mal wie das so mit der Vesicherung läuft, wie man einen Arbeitsvertrag abschließt und auf was man dabei achten sollte, wie man selbstständig arbeitet und lernte mein ersten Kollegen kennen. Danach ging ich nach Thailand um mich selbst und meine Mutter zu finden, aber die Story dürftet ihr ja bereits kennen, wenn ihr meinen Blog schon länger kennt. Ansonsten einfach hier klicken. Nach meinem Thailand Aufenthalt lernte ich, wie es ist keine Ausbildung zu finden, arbeitslos zu sein und lernte an mich selbst zu glauben. Ich lernte, nicht aufzugeben, egal wie schwer es sein sollte und ich lernte, ohne meinen Freund klar zu kommen, da er sehr oft beruflich unterwegs war. Ich lernte, allein zu sein und das allein sein zu genießen. Ich lernte mich selbst besser kennen. Ich lernte, was ich im Leben möchte und was nicht. Und vor allem lernte ich, dankbar zu sein für das, was ich im meinem Leben habe. Egal ob Erfahrungen, Menschen, meine Haustiere oder meine jetztige Ausbildung.

Mein BWL-Lehrer sprach letztens genau dieses Thema an: Dankbarkeit für die Schule. 

Denn bei uns an der Schule wird es bald eine Schulklassen aus reinen Flüchtlingen geben, die kein Deutsch können und kein Zuhause mehr haben. Alle sind zwischen 16 und 20 Jahre alt und sind größtensteils alleine nach Deutschland gekommen. Dafür verdienen sie schon meinen und auch deinen größten Respekt! Hättest du den Mut mit 16 Jahren von Zuhause wegzugehen, dein vertrautes Umfeld zu verlassen um eine Chance auf ein besseres Leben, auf Bildung zu haben? Mach die Augen auf! Wir leben in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, mit der geringstens Jugendarbeitslosigkeit weltweit, ohne Kinderarbeit, mit Sozialversicherungen dank Sozialstaat und vielen weiteren Vorzügen. Denke einmal darüber nach und geh tief in dich. Du hast die Schule gehasst? Ja ich auch! Aber da nun wieder die Chance habe, einen guten Ausbildungsabschluss zu machen, werde ich diese auch nutzen. Ich weiß, es nicht immer alles gut und das deutsche Bildungssystem ist nicht perfekt. Aber nutze die Möglichekeiten die du hast und dir gegeben werden, um zu lernen und dein Wissen zu erweitern. Wissen ist Macht.

In Marokko habe ich Kinder zu Schule trampen oder laufen sehen. Das ist keine Seltenheit in ärmeren Ländern. Ich habe eine Schoolcard für die ich im Monat 45,50 € zahle, damit kann ich im ganz Karlsruher Vekehrsgebiet mit Bus und Bahn fahren. Danke KVV, auch wenn deine Bahnen viel zu oft verspätet sind. In Thailand ging meine Mutter nur bis zur 7. Klasse zur Schule, weil sie danach kostenpflichtig wird. Die Familie meiner Mutter konnte sich das nicht leisten, deswegen musste sie dann auf den Reisfeld arbeiten. Ihr Rücken dankt es ihr vor allem heute, im Alter von 47 Jahren. Danke also Deutschland für die kostenlosen Schulen und danke Mama und Papa, dass ich in Deutschland auf die Schule gehen durfte.

Meine Realschul-Lehererin sagte mir vor mittlerweilen 6 Jahren, dass man lebenslang lernt. 

Damals habe ich aber nicht verstanden, was sie damit meint. Heute weiß ich es bessere (mit dem Alter kommt die Weisheit). Denn man lernt nie aus. Ständig gibt es etwas neues was wir lernen können, egal ob auf Reisen, im Beruf oder im Privatleben. Wer nicht lernt, wird nicht weit kommen und sich nicht weiterentwickeln. Passend dazu, habe ich vor zwei Wochen einen super Film in der Sneak Preview in der Schauburg Karlsruhe gesehen. Jeden Mittwoch gibt es dort einen Film in Englischen Orginal, der noch nicht in den Kinos läuft. Der Film, dessen Trailer ich euch einfüge, heißt "Where to invade next" und handelt vor allem darum, was wir Menschen und Nationen von einander lernen können. 

Die Finnen haben zum Beispiel ein für mich, sehr atraktives Bildungssystem. Grundschüler haben sage und schreibe nur 4 Stunden Unttericht am Tag! Begründung: Damit sie genug Zeit haben um Kind zu sein. Ist das nicht fantastisch? Nicht umsonst sind sie bei der PISA-Studie auf Platz 1! Aber auch andere Themen werden angesprochen wie beispielsweise Deutschland und seine Nazi-Vergangenheit. Und das man diese nicht verheimlichen soll, sondern daran erinnern, sodass so etwas nicht wieder passiert. Ich kann euch den Film aufjedenfall sehr empfehlen, da es ein Dokumentarfilm mit unheimlich viel Charm und Witz ist und eine tolle Botschaft hat! Ich hoffe, es schauen sich viele diesen Film an und lernen von einander.

Kommentare :

  1. Liebe Jasmin, ich habe deinen Text gelesen und bin gerührt. dass du dich so mit dem Thema auseinander setzt ist toll. ich reise sehr viel und bin oft erstaunt, wie wenig Chancen die Menschen in ärmeren Ländern haben und wie viel mehr sie sich über neue Möglichkeiten freuen als wir hier, die so viel haben.
    Liebst, Melina
    www.melinaalt.de

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  2. Ein sehr schöner Post! Ich finde es richtig toll, dass du all diese Erkenntnisse und Erfahrungen für dich gemacht hast. :)
    LG Thi

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  3. Ein ganz toller Beitrag und kann alles was du sagst nur unterschreiben ;). Früher habe ich den Satz ihr lernt für euch selbst und nie aus auch gehasst und war davon eher genervt. Heute mit mehr Erfahrung habe ich ihn verstanden. In der Realschule war ich ja auch nur eine Schülerin, die mal gute, mal schlechte Noten hatte. War so im Mittelbereich, während der Ausbildung habe ich dann begriffen das ich für meine Zukunt lerne und hart an mir gearbeitet. Nun habe ich es wirklich geschafft mein Abi nachzuholen und zu studieren. Das war schon immer ein Traum von mir, den ich wahr machen wollte, obwohl in meinem Umfeld niemand wirklich daran glaubte. Ich komme halt aus einer Arbeiterfamilie, wo man nach der Ausbildung direkt in die Berufswelt einsteigt und nicht studiert, bin da die Erste in der Familie die sich nun dafür entschieden hat und alle sind zum Glück sehr stolz darauf und unterstützen mich. Man muss somit nicht immer dass tun, was einem als Weg vorgegeben wird. Jeder sollte seinen Weg selbst wählen. Ich finde es toll, dass du deinen Weg gegangen bist und über das Reisen so viele Erfahrungen sammeln konntest.

    In Deutschland geht es uns wirklich gut, dass scheinen viele immer gerne zu vergessen oder schauen sich dazu zu wenig die andren Länder an. Ich tue dies ja im Rahmen meines Studiums und bin wirklich froh über all den Schutz, den uns unser Staat bietet. Das gibt es einfach nicht überall. Und auch wenn man die Schule in der Jugend hasst, es ist doch ein Privileg das nicht jeder hat. Heute kann ich sagen, dass meine Schulzeit wirklich die Schönste war, auch wenn ich damals natürlich auch nicht immer gerne in die Schule bin. Aber wenn man älter ist, ist man nunmal schlauer. Das Finnische System ist aber echt richtig gut, da könnte man sich wirklich mehr daran orientieren. Finde es auch super, das Grundschuler dort noch Kind sein dürfen, das ist einfach wichtig, das man das auch ausleben kann. Schon alleine für die Entwicklung. Bei uns sind die Anforderungen an Grundschüler ja schon recht extrem. Ich bekomme das immer mal wieder aus dem Freundeskreis oder der Verwandtschaft mit und kann da nur mit dem Kopf schütteln.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Uns fehlen jetzt noch die letzten 3 Folgen, heute kommt ja das Finale online und dann sind wir mit The Shannara Chronicles durch. Aufs Finale bin ich aber auch schon sehr gespannt. Jap das fand ich super, dass sie ihn sich etwas entwickeln haben lassen. Im echten Leben war er ja angeblich doch etwas abhängiger von seinen Beratern, aber für die Serie wäre das ja nicht unbedingt interessant gewesen. Somit fand ich das gan gut, dass er auch mal ein Machtwort spricht und Avan hat das echt gut gespielt. Er hat ja schon äußerlich super gepasst.
    Und traurig, ich fand das Ende echt auch traurig, weil man ja gehofft hat, dass die Beiden doch irgendwie überleben. Ich war mir zwar von Anfang sicher, dass sie es nicht tun, weil damals ja auch kaum einer entkommen konnte, aber war dann doch traurig. Ich werde ihn aber auch mehr als einmal anschauen, habe es nicht bereut ihn auf Dvd gekauft zu haben.

    Haha das tut mir jetzt Leid :P. Dankeschön <3. Bin auch schon gespannt auf deinen Monatsrückblick.

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  4. Das ist so ein toller Post <3
    Man vergisst wirklich zu oft, dass "Lernen" sich nicht nur auf Schule, Uni, etc. bezieht, sondern, dass man wirklich täglich neue Sachen lernt :)
    Gerade auf Reisen, wenn man andere Kulturen kennen lernt und viele Eindrücke gewinnt, lernt man oft mehr als wenn man in der Schule dazu "gezwungen" wird. Toll, dass du das Thema aufgegriffen hast <3

    Liebe Grüße

    http://nilooorac.blogspot.de/

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